Grundeinkommen, Bürgergeld & Co.

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Heute habe ich mich wiedermal quer durch die verschiedenen Zeitungen gelesen und bin auf das Reizthema „bedingungsloses Grundeinkommen / Bürgergeld“ gestoßen, welches mit einer Abschaffung von Hartz IV einhergeht. 

Die Meinungen dazu driften weiter auseinander als die Schere zwischen Arm und Reich oder manche Kontinentalplatten. Auf der Contraseite las ich immer wieder die unmögliche Finanzierbarkeit. Das dies völliger Quatsch ist, weiß jeder der sich ein wenig mit den Zahlen unseres Landes beschäftigt. Ein weiterer Punkt war die Angst vor einer Inflation, weil alle plötzlich über Geld verfügen würden. Ein absurder Gedanke und die Angst aus diesem Grund in eine Inflation zu geraten ist unbegründet. Für eine echte Inflation werden unsere Banken zusammen mit den Spekulanten sorgen. Da braucht es keine „Neuverteilung“ von Geld. Auf der Proseite wurden genannt, dass Menschen sich besser in unser System einbringen können. Ich bin ebenfalls dieser Ansicht. Auch die Ausübung derzeit geringbezahlter Jobs oder Teilzeitbeschäftigungen wären kein Problem mehr. Dazu steht eine verbesserte Gesundheit, da die Angst vor Existenzverlust wegfallen würde. 

Natürlich sind immer wieder blauäugige Kommentare zu lesen gewesen, wie die Preissteigerung, da die Industrie und der Handel plötzlich alle mehr zur Kasse bitten würden. Genaugenommen würde es eher dazuführen, dass der Handel etwas entspannter mit seinen Lieferanten umgehen könnte und davon würden wir alle profitieren. Ich glaube nicht daran, dass plötzlich alle damit beginnen die Preis extrem anzuziehen, weil dies einen negativen Effekt auf die Preisdreher selbst haben würde und wer sägt sich schon gern am eigenen Stuhl?

Erschreckend fand ich persönlich, dass viele Menschen hierzulande von einer unsozialen Leistung sprechen und weiter Sanktionen für Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind, fordern. Das Sanktionen zu nichts führen kann auf der großen Ebene mit Russland derzeit beobachtet werden. Im kleineren Maßstab lässt sich das an Systemaussteigern festmachen, die der Gemeinschaft viel mehr Schaden zufügen als ein Sozialleistungsempfänger. Diese Pauschalisierung, dass alle Sozialleistungsempfänger faul sind ist ein Armutszeugnis für alle Schubladendenker der Republik. Wohin Schubladen führen können wir alle in den Geschichtsbüchern nachlesen.

Vielleicht sollte man darüber nachdenken, dass wir in eine neue Ära starten und somit das vielfach überholte System einfach mal eine komplette Frischzellenkur bräuchte. Immer nur Löcher stopfen klappt auf Dauer nicht. Ich denke, dass die heutige Generation durchaus dafür empfänglich ist und nur wenige an den alten Strukturen hängen. Hierzu hatte ich ein interessanten Link veröffentlicht. Einfach mal mit den Gedanken darauf einlassen und erst dann beurteilen. 

Ich halte nochmal fest, dass einer Abschaffung des beliebten Hartz IV mit seinen Sanktionen nichts im Wege steht. Auch die Finanzierbarkeit ist möglich, da dieses Geld schon jetzt ähnlich investiert wird und an anderen Stellen noch mehr eingefahren werden könnte. Dafür muss man sich nur mal von dem Bild des faulen Menschen verabschieden und mit Hinblick auf die vielen Ehrenamtlichen dürfte das wohl nicht schwer fallen.

Aber was der Bauer nicht kennt, isst er nicht. Und da sogar unser Bildungsystem immer noch darauf abzielt, Bauern zu erschaffen, wäre hier eine Reform dringend angesagt.

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