Die Brücke der Toten – Kapitel 18

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Schon einige Stunden später kommt mein Chef, um mich persönlich abzuholen. Thomas konnte beweisen, dass die Auftragskillerin für den Mord an Herrn Otto verantwortlich ist. Mir fällt ein Stein vom Herzen und innerlich frage ich mich, warum das so lange gedauert hat. Auf dem Rückweg überlege ich, ob ich Thomas das mit seinem Vater erzählen soll. Aufgrund der Tatsache, dass es mir ohne die Informationen über meine Mutter besser ging, werde ich es ihm verschweigen. Mein Chef fragt, ob er mich nach Hause bringen soll. Ich möchte lieber erst ins Labor und Thomas danken, dass er an mich geglaubt hat. Also führt uns der Weg zur Dienststelle. Ich steige aus und Thomas kommt mir schon entgegen. Ich kann nicht anders und umarme ihn so stark, dass er nach Luft schnappt. Dann drücke ich ihm einen dicken Kuss auf und schaue zu, wie er rot wird. Er greift in seine Tasche und holt eine Tafel Schokolade heraus und streckt sie mir entgegen. Ich muss grinsen. Unser Chef schickt uns nach Hause, das haben wir uns auch wirklich verdient.
Ein Gedanke lässt mich nicht mehr los. Was habe ich noch von meiner Mutter, was Informationen beherbergen soll. Die Fahrt über denke ich zwar daran, bin aber vorrangig glücklich, am Leben zu sein. In der Wohnung falle ich aufs Bett und mir fällt in diesem Moment direkt der Wecker in den Blick. Warum ich ihn jetzt nehme, weiß ich nicht, aber mein Bauch sagt, dass ich es tun soll. Ich betrachte den Wecker von allen Seiten. Ich kann nichts entdecken und beginne ihn einfach etwas zu schütteln. Da ist ein dumpfes Geräusch, dem ich noch nie Beachtung geschenkt habe. Ich brauche Werkzeug. Thomas soll davon nichts mitbekommen, daher stelle ich ihn erstmal zurück und gehe ins Wohnzimmer. Thomas hat uns eine Flasche Sekt aufgemacht, um zu feiern, dass ich entlastet wurde. Wir stoßen an und trinken einen Schluck. Dann muss Thomas kurz verschwinden. Ich nutze die Gelegenheit und schnappe mir einen Schraubendreher aus der Schublade und schleiche schnell zu meinem Wecker. Die drei Schrauben sind schnell gelöst und ich kann den Wecker öffnen. Das Geräusch kommt von einer kleinen Dose im Inneren des Weckers. Ich nehme die Dose und öffne Sie. In der Dose finde ich einen kleinen Film, noch kleiner als ein Mikrofilm. Das muss es sein, was die gesucht haben. Ich höre die Spülung der Toilette und stecke den Film schnell in meine Tasche und beginne meinen Wecker zusammenzuschrauben, als Thomas fragend in der Tür steht. Dann greife ich zum Telefon und wähle die Nummer seines Vaters. Ich sage ihm, dass ich meinen Wecker repariert habe. Er versteht die Andeutung, so dass das Gespräch schnell zu Ende ist. Ich bin froh, dass ihm nichts passiert ist und ich meine, im Hintergrund, Daisy gehört zu haben. Thomas steht weiterhin fragend in der Tür. Ich nehme ihn in den Arm und sage ihm nochmal danke, dafür dass er für mich da ist.

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